U21: Turbulentes Spiel mit schlechtem Ausgang für Devils

von Thomas Mächler

Stürmer Alain Studer wurde zum Best Player gewählt nachdem er zwei Tore erzielen konnte. //Foto: Pascal Müller

Nach einem torreichen und spannenden Spiel verliert die U21 gegen Bülach mit 7:9.

 

Text: Rafael Strehler

 

Man hatte sich viel vorgenommen. Einiges hatte auch funktioniert. Das Spiel ähnelte aber einer Achterbahnfahrt. Stand es nach gerade Mal dreieinhalb gespielten Minuten 1:3 für die Gäste aus Bülach, konnte man das erste Drittel sogar noch 4:3 gewinnen. Das Mitteldrittel misslang komplett aus Sicht der Teufel. Auf der Anzeigetafel stand es somit nach 40 Minute 5:7 für die Gäste. Im letzten Spielabschnitt brauchte das Heimteam nur vier Minuten, um das Score wieder auf 7:7 zu stellen. Dann wollte aber nicht mehr viel klappen und so stand es nach 60 Minuten 7:9 für die Zürcher.

Offener Schlagabtausch in den ersten Minuten

Jetzt aber nochmal langsam von Beginn: Das Duell zwischen den Red Devils und Bülach Floorball wurde auf 19:00 Uhr angesetzt. Da die Herren auswärts in Summiswald Spiel hatten, bekam die U21 die Primetime in der Mehrzweckhalle in Altendorf. Die Zuschauerränge waren dementsprechend gut gefüllt. Alle erwarteten ein spannendes Spiel, der im Vorfeld als gleich stark eingeschätzten Mannschaften. Und mit dem Motto auf “Auf los geht’s los” legten beide Teams auch wie die Feuerwehr los. Nach drei Minuten der Doppelschlag für Bülach. 11 Sekunden später markierte Studer den Anschlusstreffer für die Märchler. Wiederum 20 Sekunden später erhöhten die Gäste auf 1:3. Damit war die turbulente Startphase aber noch nicht beendet. Manuel Züger (U18) schoss zwei ereignisreiche Minuten später den neuerlichen Anschlusstreffer. Gut eine Minute später kam das Heimteam in Unterzahl zu einem Strafstoss. Da der sonst wohl gesetzte Schütze Studer selbst auf der Strafbank sass, übernahm der Captain höchst persönlich. Dieser verwandelte Backhand souverän im hohen Eck und liess dem Torhüter keine Chance. Dann endlich, zwar zum Leide der Zuschauer, aber auf jeden Fall zum Wohle der Nerven beider Trainer beruhigte sich das Spiel ein wenig. Nach etwas mehr als 11 gespielten Minuten verwandelte Studer ein Zuspiel von Damian Fässler aus spitzem Winkel. Der letzte Aufreger im Startdrittel war eine 2-Minuten Strafe gegen den zuvor noch als Torschützen gefeierten Züger aus der U18 wegen überhartem Körpereinsatz. Wie in dieser Saison bis jetzt fast immer wurde auch in diesem Boxplay sauber gearbeitet und so konnte die Unterzahl schadlos und ohne grössere Aufreger überstanden werden.

Schwaches Mitteldrittel

Das zweite Drittel starte ähnlich fulminant wie das erste. In der 23. Spielminute glichen die Zürcher aus. Eine Minute später war es erneut Damian Fässler, der auf ein Zuspiel von Verteidigungspartner und Namensfetter, Marco Fässler, auf 5:4 erhöhte. Nur gerade 3 Sekunden später liess sich die teuflische Verteidigung nach gewonnenem Bully von einem heranstürmenden Bülacher überraschen und mussten den erneuten Ausgleich hinnehmen. Den Devils gelang es aber nicht, erneut zu reagieren. Es kam sogar noch dicker: Bülach erzielte eine Minute später den Führungstreffer und die Devils sahen sich im Mitteldrittel das erste Mal mit einem Rückstand konfrontiert. Die Märchler-Offensive wollte sich offensichtlich nicht mit dem Rückstand begnügen und erspielte sich Chance um Chance. Es fehlte aber der letzte Wille, um den löchrigen Ball über die Linie zu drücken. Und so kam es, wie es in solchen Situationen oft vorkommt: Anstatt des Ausgleichstreffers für die Devils kam es zwei Minuten vor Ende des 2. Drittels zur 2-Tore Führung für die Gäste. Nach Ende des Mitteldrittels verschwanden die Spieler der Red Devils sichtlich enttäuscht, mit dem Wissen dieses Drittel 1:4 verloren zu haben, in den Katakomben.

Blitz-Comeback blieb wirkungslos

Aushilfstrainer Hubli, der für Headcoach Rüger einsprang, schien die richtigen Worte in der Garderobe gefunden zu haben. Die Heimmannschaft kam mit entschlossener Miene zurück aufs Feld. So entschlossen, wie die Miene der Teufel war, war auch ihr Spiel in den Startminuten des letzten Drittel. Nach zweieinhalb Minuten staubte Beeler einen misslungenen Pass von der gegnerischen Verteidigung direkt vor dem Tor ab. Nochmals zwei Minuten später machte Lanbacher im Powerplay auf Zuspiel von Aschwanden, der diesmal sogar auf dem Matchblatt aufgeführt war, das Comeback perfekt. Die Devils versuchten den Schwung mitzunehmen und drückten weiter aufs Tempo. Vor allem die Offensivabteilung um Ersatz-Captain Studer, der auch heute wieder überall auf dem Feld zu finden war und seinen Gegnern stets einen Schritt voraus war, machte mächtig Druck. Dennoch waren es die Bülacher, die den erneuten Führungstreffer in dieser Phase fast aus dem nichts erzielten. Ein Schock für die jungen Teufel. Die 2-Minuten Strafe, die man 8 Minuten vor dem Ende kassierte, machte die Situation nicht leichter. Aber auch in dieser Phase blieb die Box kompakt und konnte immer wieder befreien und so einen Wechsel für die Verteidigungslinien ermöglichen. Eine Minute und 14 Sekunden vor Schluss sammelten sich die Devils-Akteure in einem Timeout noch ein letztes Mal. Als der Ballbesitz nach Wiederanpfiff gewonnen werden konnte, räumte Torhüter Strehler umgehend seinen Platz für einen sechsten Feldspieler. Die Bülacher liessen sich von der Überzahl der Teufel nicht beirren und provozierten einige Fehler. Meistens konnte der Ballführende zwar gleich wieder in einen Zweikampf verwickelt werden. Am Schluss kam es aber so, wie es kommen musste und Bülach sicherte sich den Sieg mit einem Schuss ins verwaiste Tor der Teufel.

Ausblick

Am kommenden Samstag, um 17:00 Uhr, geht es in Altendorf gegen Aufsteiger Ticino weiter. Ticino zeigte in dieser Saison bisher zwei Gesichter. Nach einem klaren Auftaktsieg (10:1) gegen die Red Lions aus Frauenfeld, bekam man vom aktuellen Tabellenführer UBN die Bude vollgeschossen und verlor 11:2. Auch am vergangenen Wochenende konnten die Tessiner nicht restlos überzeugen, als man nur knapp mit 5:4 gegen Laupen siegte. Man dürfte also gespannt sein, mit welchem Gesicht sich die Südschweizer den Märchlern präsentieren.

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