«Mädrix» hext Red Devils zum ersten Heimsieg

von Patrick Bamert

Das Fanionteam der Red Devils bezwingt in einer unterhaltsamen und packenden Partie Sargans 5:4.
Dank der drei Punkte sind die Schwyzer wieder in Tuchfühlung mit den Play-off-Plätzen. 

Torhüter Matthias Mäder wird nach hervorragender Leistung verdient zum Best-Player gewählt! // Bild Rico Züger

Wenn eine NLB-Partie als Klassiker betitelt werden darf, dann jene zwischen den Red Devils und Sargans. Und das neuerliche Aufeinandertreffen am Sonntagabend wurde seinem Ruf gerecht: Spannung, Dramatik, eine unvorhersehbare Wende. Die Roten Teufel drehten das Spiel im Schlussabschnitt zu ihren Gunsten – und zitterten sich in den Schlussminuten zum Sieg; dank Torhüter Matthias Mäder. 

58:39 Minuten standen auf der Match-uhr (5:4), als Jungspund Joel Meier nach überhartem Körpereinsatz auf die Strafbank verbannt wurde. Der erste Vollerfolg zu Hause schien aus den Händen zu entgleiten. Aber die Unterzahl-Spezialisten der Devils kämpften so, wie man es in der laufenden Meisterschaft noch selten gesehen hatte: aufopferungsvoll, unerschrocken, mitreissend. Einige Male wurde es brenzlig vor dem Kasten der Schwyzer, einige Male ging ein Raunen durch die 250 Zuschauer. Das Sarganser Powerplay überzeugte mit Schnelligkeit und qualitativ hochstehendem Passspiel, das die Devils mehrmals aushebelte. Aber da kniete noch Mäder zwischen den Pfosten. Scheiterten die St. Galler nicht am eigenen Unvermögen im Abschluss, war es der 30-Jährige, der zur Hochform auflief und seinen Farben den Weg zum Sieg ebnete. «Mädrix», wie der Torhüter in der Szene auch genannt wird, wurde verdientermassen zum Best-Player erkoren. 

«Das hat uns das Momentum gekostet»

Allerdings waren die Gastgeber lange Zeit einem scheinbar unaufholbaren 1:3-Rückstand hinterhergerannt. Zwar waren die Kräfteverhältnisse ausgeglichen, jedoch sündigten die Devils-Akteure gleich reihenweise im Abschluss. Immerhin: Die Teufel gingen in Person von Matti Vapaniemi 1:0 in Führung (11.) und zeigten eindrücklich, dass sie auch anders können als vor Wochenfrist, als die Equipe gegen Ticino nach nur vier Minuten 0:4 im Hintertreffen lag. Dass die Devils dennoch in Rückstand gerieten, hat einen Grund: Jakob Karlsson, der seinem Team mit einem Tor und zwei Vorlagen bis Spielhälfte einen Zweitorevorsprung verschaffte. 

Als Vapaniemi im Mittelabschnitt unnötigerweise eine Fünfminutenstrafe einfing, schien die Partie Formen anzunehmen, die für ein Déjà-vu sorgten: Gut im Spiel, auf Augenhöhe mit dem Gegner, aber aufgrund dummer Aktionen das Spiel aus der Hand geben. Das ewig scheinende Überzahlspiel blieb jedoch ungenutzt. «Das hat uns das Momentum gekostet und war der entscheidende Punkt in dieser Partie», resümierte Sargans-Trainer Marco Kipfer nach Spielschluss. So verabschiedeten sich die Kontrahenten 1:3 in die Katakomben, bevor die Devils mit einem Dreierpack für die Wende sorgten.

«Endlich eine konstante Leistung über 60 Minuten» 

Das Heimteam kam zurück – und wie.  In gut zwei Minuten drehten die Teufel das Skore dank Toren von van Welie, Schnyder und Meier zu ihren Gunsten (4:3). Als dann Karlsson seinem Teamkollegen Decasper erneut eine sehenswerte Torvorlage zuspielte, begann die Partie in der 51. Minute wieder bei null (4:4). Aber die Devils liessen nicht locker, agierten im Spiel fünf gegen fünf phasenweise wie im Powerplay und schossen sich, nach grandiosem Zuspiel von Patrick Bamert, durch Vapaniemi erneut in Führung (5:4). 

Devils-Trainer Enrique Gomez zeigte sich nach Spielschluss sehr zufrieden: «Endlich konnten wir eine konstante Leistung über 60 Minuten und unser Potenzial zeigen.» Mit dem Sieg sind die Play-offs wieder in greifbare Nähe gerückt. Nun gilt es aber, mit dem gleichen Effort in die Doppelrunde vom Wochenende zu gehen. (bam)

 

Red Devils – Sarganserland 5:4 (1:1, 0:2, 4:1)

MZH Altendorf, 310 Zuschauer. – SR: Britschgi/Gasser.

Tore: 11. Vapaniemi (Winteler) 1:0. 12. Karlsson (Stucki) 1:1. 27. Stucki (Karlsson) 1:2. 29. Decasper (Karlsson) 1:3.
46.  van Welie 2:3. 47. Schnyder (Bamert) 3:3. 48. Meier (Rink) 4:3. 51. Decasper (Karlsson) 4:4. 52. Vapaniemi (Bamert) 5:4.

Strafen: 2-mal 2 Minuten plus 1-mal 5 Minuten (Vapaniemi) gegen Red Devils. 4-mal 2 Minuten gegen Sargans.

Red Devils: Mäder; Bisig, Philipp Marty, Meier, Rink, Romer; Winteler, Vapaniemi, Rüger, Bamert, Schnyder; Ruoss, Mertha, Van Welie, Hindermann, Eggler; Fleischmann, Engeli, Fässler, Schellenberg, Dominik Marty, Studer. 

Bemerkungen: Red Devils ohne Schmid (kein Aufgebot), Lukas Wildhaber, Jonas Wildhaber, de Ruiter und Einiö (alle verletzt).

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