Bamert geht, Soini und Hofmann kommen

von Roger Züger

Anssi Soini wird künftig für das Fanionteam der Red Devils stürmen...

In den letzten Wochen wurde es ruhig um das NLB-Team der Red Devils, das Mitte März ohne Probleme den Ligaerhalt geschafft hat. Alle Hände voll zu tun hat jedoch Marco Eberhöfer. «Die Spielergespräche sind intensiv, wir sind aber auf gutem Weg», zeigt sich der Sportchef des Fanionteams zuversichtlich. Das definitive Kader mit Zuzügen und Abgängen sei noch nicht spruchreif, «aber zu 90 Prozent steht das Team». 

Klar ist hingegen: In der kommenden Saison wird Patrick Bamert nicht für die Roten Teufel auflaufen. Der Devils-Topskorer der letzten drei Jahre wird in der Nationalliga A auflaufen, für Waldkirch-St. Gallen (WaSa). Dies teilten die beiden Vereine letzte Woche in einer Medienmitteilung mit. «Das ist natürlich ein herber Verlust für uns, aber eine Riesenchance für Päde, die wir ihm gönnen», sagt Eberhöfer auf Anfrage. Schlaflose Nächte habe er deswegen aber nicht: «Wir sind nicht das erste Team, das auf seinen Topskorer verzichten muss. Jetzt müssen andere in die Bresche springen – und Päde wird bestimmt eines Tages wieder zurückkehren. Stärker als je zuvor.»

«Kann mich weiterentwickeln»

Patrick Bamert begründet seinen -Entscheid damit, dass es immer sein Ziel gewesen sein, seine Fähigkeiten einst in der NLA unter Beweis zu stellen und sagt: «Ich kann mich in dieser Liga sicher nochmals weiterentwickeln.» Und bei WaSa freut man sich auf den Neuzugang: «Bamert weiss, wo das Tor steht, und noch mehr, wo seine Mitspieler stehen», kommentiert -Thomas Eberle, Leiter der WaSa-Sportkommission, den Transfer. Die Fähigkeiten Bamerts sprechen für sich: 160 Skorerpunkte hat er in den letzten vier NLB-Jahren gesammelt, und gehörte damit zu den besten Schweizer Skorern. Er hat eine brillante Technik und sorgte mit seinem Auge für den letzten Pass immer wieder für Oh-Raunen auf den Rängen. Der Wechsel zu WaSa sei gut überlegt gewesen, wie Bamert sagt: «Mir gefällt die Strategie von WaSa; eigene Junioren zu fördern und einzubeziehen und sich nicht mit zahlreichen Ausländern zu verstärken. Zudem haben mir die Mannschaft und der Staff imponiert, was meine Entscheidung einfacher gemacht hat.» 

Bamert wird damit in der Unihockey-Neuzeit nach Silvan Fagagnini, Marcel Züger und Mario Stocker – aktuell bei GC – der vierte Devils-Spieler sein, der in der höchsten Liga auf Torejagd geht.

Bundesliga-Topskorer geangelt

Eberhöfer kann im gleichen Atemzug aber auch zwei Zuzüge vermelden. Erstens: Anssi Soini. Der Finne mit Jahrgang 1988 spielte zuletzt beim Deutschen Bundesliga-Spitzenclub Weissenfels. Zwar ist das Niveau der Bundesliga-Spitze nur etwa mit dem NLB-Mittelfeld zu vergleichen, Soinis Qualitäten sind indes zweifelsfrei überragend: 72 Skorerpunkte (42 Tore) in 18 Partien – Bundesliga-Topskorer. Und auch bei internationalen Turnieren wie der Euro Floorball Cup oder der Champions Cup überzeugte Soini mit seinen Qualitäten. «Es ist ein Glücksgriff», freut sich Eberhöfer. Der Transfer sei aber nicht als Bamert-Ersatz getätigt worden. «Es ist Zufall, dass einer wie Bamert geht und einer wie Soini kommt. Aber natürlich perfekt, dass mit Soini Offensivqualitäten kommen, die mit Bamert gehen.»

... genau so wie Center Jonas Hofmann.

Zweitens: Jonas Hofmann. Der Deutsche Nationalspieler lief genau wie Soini für Weissenfels – der erfolgreichste Titelsammler der letzten Jahre in der 1. Bundesliga – auf und wird ebenfalls zu den Teufel stossen. "Er ist ein vielseitig einsetzbarer Spieler und hat auch Skorerqualitäten. Zudem spielte er mit Soini schon länger in der gleichen Linie. Die Zwei kennen sich gut und werden von Beginn an gut harmoniere", sagt Eberhöfer über den in der Ligatopskorerliste in den Top-Ten fungierede Center. Und: «Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht mit Julian Rüger (Deutscher Nationalspieler; Red), der seit einem Jahr bei uns spielt. Sprache, Ausbildung und Jobsuche – die Hürden sind klein, die Motivation und die Qualität der Spieler hoch», führt Eberhöfer aus. 

Die Beweggründe für die Zuzüge sind auf Ungewissheit zurückzuführen, wie Eberhöfer erläutert. «Weil wir nicht wissen, ob Matti Vapaniemi und Timo Einiö weiterhin für uns auflaufen werden.» Denn wie so oft verabschieden sich die ausländischen Spieler über den Sommer in ihre Heimat. «Und Matti weiss noch nicht, ober er weiterhin ambitioniert Unihockey spielen will. Der Entscheid fällt er erst im Sommer. Ob die Schweiz dann nach wie vor seine Wunschdestination sein wird, ist ebenfalls offen.» Einiö hingegen will noch, weiss aber nicht, ob sein Körper den Belastungen standhält. Denn der torgefährliche Finne -absolvierte aufgrund Rückenprobleme lediglich die Hälfte aller Partien. «Ein Engagement in diesem Ausmass macht für beide Parteien keinen Sinn – dass ist auch Timo klar. Es hängt darum davon ab, wie er seine Beschwerden in den Griff bekommt. Stand jetzt dürfte das für ihn aber schwierig werden», erklärt Eberhöfer, dessen Kader bereits fast fertig geformt ist.

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