«Ein fünftes Spiel wollte man sich nicht vorstellen»

von Pascal Müller

Die Erleichterung nach dem Tor von Micha Moser war riesig. // Foto: Pascal Müller

Es war ein richtiges Nervenspiel. Um ein Haar hätten sich die Red Devils auswärts einem Entscheidungsspiel um den Platz in der NLB stellen müssen. So weit kam es aber nicht. NLB-Leiter Marco Eberhöfer ist erleichert.

von Andreas Züger, Sportredaktor March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Vier Sekunden vor Schluss erzielten die Red Devils ein Tor. Doch der Schiedsrichter aberkannte den Treffer wegen hohen Stocks. Ab da begann das grosse Zittern. Statt am Samstag im dritten Spiel der Best-of-Three-Serie der Ligaqualifikation gegen Erstligist Limmattal auswärts den entscheidenden dritten Sieg zu holen, kassierten die Märchler in der Verlängerung einen Treffer. Womit Spiel vier auf die Agenda kam. Und dieses verkam am Sonntagabend in Altendorf zu einem reinen Nervenspiel. «Das war nicht mehr schön anzusehen», sagt Marco Eberhöfer, Sportchef des NLB-Teams, «sondern nur noch reiner Kampf.» In Extremis retteten sich die Red Devils in die Verlängerung und dort vor Spiel fünf.

«Wäre sehr schwierig geworden»
Bis es so weit war, litten so manche Nerven der 250 Zuschauer in der Altendörfler Mehrzweckhalle. 3:2 lagen die Zürcher nach zwei Dritteln in Front. «Ich habe sehr fest gezittert», sagte Eberhöfer gestern. «Die ganze Halle hat gezittert. Man spürte eine gewisse Resignation. Viele glaubten nicht mehr an die Wende. Die Spieler von Limmattal aber glaubten plötzlich an sich. Sie zeigten Aktionen, die man nur zeigt, wenn man von sich überzeugt ist. Sie haben die frische Luft gerochen», so Eberhöfer weiter, der zugibt, dass zu diesem Zeitpunkt «nur noch die Hoffnung» lebte. «Ein fünftes Spiel gegen ein aufstrebendes Limmattal – das wollte man sich nicht vorstellen. Sicher ist, dass es sehr, sehr schwierig geworden wäre.

Torhüter Matthias Mäder rettete zum Teil mirakulös und hielt die Devils damit im Spiel. // Foto: Pascal Müller

Nachdem Marco Ramseyer vier Minuten vor Schluss mit seinem Tor die Verlängerung erzwang und so einige Nerven beruhigte, schnellte der Puls in der Verlängerung wieder in die Höhe. Es war ein Hin und Her. Nach Fehlern der Devils vergaben die Zürcher hochkarätige Chancen. Bis sieben Minuten und 47 Sekunden gespielt waren und Micha Moser mit seinem Tor sein Team, die Zuschauer, ja den ganzen Verein erlöste.

«Es ist klar, dass die Spieler unter enormem Druck standen. Sie waren nervös, und das merkte man den Spielen natürlich an», resümiert Eberhöfer. «Aber ich rechne es dem Team hoch an, dass es sich dieser Herausforderung auf diese Art und Weise stellte. Es nahm den Kampf an und wurde letztlich dafür belohnt.»

Der neue Staff ist praktisch fix
Nach einer verkorksten Saison ist für Eberhöfer klar, dass sich nun «einiges» ändern muss. «Der Staff wird komplett erneuert. Aber nicht, weil das bisherige Trainerteam schlecht war. Es war von Anfang an eine befristete Angelegenheit.» Seit Januar laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison. Eberhöfer ist froh, dass ein Grossteil des neuen Staffs und auch der Mannschaft bereits fix sei. Namen gibt es aber noch keine. «Am Tag danach ist es noch zu früh dafür. Aber es sieht gut aus, auch wenn uns noch sehr viel Arbeit bevorsteht.» Eberhöfer kündet auch Transfers an. «Wir werden aber nur externe Spieler verpflichten, die uns qualitativ vorwärtsbringen, und nicht, um das Kader zu füllen.»

Die NLB bleibt indes unverändert. NLA-Absteiger Grünenmatt verhinderte in der Liga-Qualifikation gegen Schüpbach den zweiten Abstieg innert einem Jahr, und Basel (gegen Kloten-Bülach) und Sarnen (gegen Thun) scheiterten in den Aufstiegs-Play-offs an den A-Ligisten.

Die Fotos zu den zwei Spielen findest du auf unseren Fotostream.

 

Unihockey Limmattal - RD March-Höfe Altendorf 5:4 n.V. (3:1, 1:1, 0:2, 1:0)
Zentrumshalle, Urdorf. 230 Zuschauer. SR Bebie/Stäheli.

Tore: 6. B. Spahija (L. Wittwer) 1:0. 8. P. Luraschi (P. Nater) 2:0. 12. N. Gitonga (A. Ladner) 3:0. 12. F. Vogt 3:1. 30. L. Wittwer (Y. Zwirner) 4:1. 36. M. Ramseyer 4:2. 47. P. Bamert (M. Ramseyer) 4:3. 48. M. Gwerder (P. Bamert) 4:4. 64. E. Benz (B. Spahija) 5:4.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Unihockey Limmattal.

RD March-Höfe Altendorf - Unihockey Limmattal 4:3 n.V. (2:1, 0:2, 1:0, 1:0)
Mehrzweckhalle, Altendorf. 250 Zuschauer. SR Bebie/Stäheli.

Tore: 8. M. Schmid (Eigentor) 1:0. 14. M. Gwerder (P. Bamert) 2:0. 18. L. Wittwer 2:1. 22. N. Gitonga (M. Möbus) 2:2. 31. E. Benz (L. Wittwer) 2:3. 57. M. Ramseyer 3:3. 68. M. Moser 4:3.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen RD March-Höfe Altendorf. 3mal 2 Minuten, 1mal 5 Minuten (P. Luraschi) gegen Unihockey Limmattal.

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