«Es mag jetzt nichts mehr vertragen»

von Roger Züger

Thorhüter Matthias Mäder kritisiert nicht nur die Leistung seiner Vorderleute, sondern auch seine. // Bild Pascal Müller

So hat sich Matthias Mäder sein 150. NLB-Spiel nicht vorgestellt. Am Sonntag wurde der Devils-Torhüter aus Freienbach nach sieben Gegentreffern ausgewechselt, seine Mannschaft verlor 2:10. 

von Andreas Züger, Sportredaktor March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Keiner der Red Devils hat so viele Spiele in der Nationalliga B auf dem Buckel wie Matthias Mäder (29). 150 sind es seit vorgestern Sonntag. Von diesem Jubiläum nahm der Unihockey-Goalie jedoch erst im Nachhinein Notiz. Es gibt andere Zahlen, die Mäder derzeit weit mehr beschäftigen. Zwei, zum Beispiel, die Anzahl Niederlagen vom letzten Wochenende. Oder 1:7, die Höhe der Pleite der Red Devils am Samstag beim Spitzenteam Sarnen. Oder 2:10, die Höhe der Klatsche vom Sonntag zu Hause gegen Tabellennachbar Davos-Klosters. Oder 3:17, das Gesamtskore aus zwei Spielen. Oder null – Punkte. Oder die sieben Gegentreffer, die Mäder am Sonntag in Altendorf kassierte, bevor er ausgewechselt wurde.


«Ich war mitschuldig»
Persönlich getroffen hat ihn die Auswechslung nicht. Nicht als Torhüter einer Hockey-Sportart, in der es üblich ist, dass ein Schlussmann ausgewechselt wird, wenn es dem Team  nicht läuft. «Klar will man als Torhüter fertig spielen», sagt Mäder rückblickend. «Aber wenn man ehrlich ist zu sich, dann ist man auch froh darum. Mit jedem Gegentor sinkt das Selbstvertrauen eines Torhüters.» Innerhalb des Teams sei es dann auch kein Thema, dass er dem Ersatzkeeper Platz machen musste. «Aber man muss sich dann gegen Aussen oft erklären. Das gehört halt dazu.»
Dass seine Auswechslung auch mit seiner persönlichen Leistung zu tun hatte, bestreitet Mäder nicht. «Ich war mitschuldig am einen oder anderen Gegentor. Meine Leistung reihte sich in eine Kette ein.» Damit meint Mäder die Leistung der gesamten Mannschaft, die im Heimspiel am Sonntagabend eben diese 2:10-Ohrfeige kassierte. «Ich glaubte fest daran, dass es ein enges Spiel geben würde», dachte Mäder noch vor der Partie. Die Teufel begannen dann auch gut, erspielten sich einige Chancen. Aber: «Wir spielten wenig später zu forsch, gingen Risiken ein, um noch mehr Chancen zu kreieren und vernachlässigten die Defensive, kassierten Tore. Wir gerieten in einen negativen Strudel, während sich Davos in einem positiven Strudel befand. Bei ihnen klappte ­alles, bei uns nichts.»

Die Devils müssen baldmöglichst punkten, um ihre Play-off-Chancen zu wahren. // Bild Rico Züger

Der Routinier hebt den Mahnfinger
Weitere Zahlen belegen, dass es um den Formstand der Red Devils derzeit nicht gut steht. Drei Niederlagen in Serie. Nur drei Siege aus zwölf Spielen. Rang 11. Erst 53 Tore erzielt. 84 (!) erhalten. Krise? «Ich weiss, nicht ob das eine Krise ist … Nein, das ist keine Krise», sagt Mäder, unterbrochen von einer kurzen Denkpause. Doch der Routinier hebt den Mahnfinger – und spricht Klartext: «Es mag jetzt nichts mehr vertragen, wenn wir in die Play-offs wollen. Jetzt stehen wir unter Druck.»

Es stehen noch zehn Spiele an
So, wie einige Zahlen den Red Devils derzeit kein gutes Zeugnis ausstellen, so helfen ihnen auch Zahlen, um den Optimismus nicht zu verlieren. Zwei Punkte nur beträgt der Rückstand auf einen Play-off-Rang. Zehn Spiele stehen noch auf dem Plan. Mäder ist zuversichtlich. Weiss aber, dass es noch viel zu tun gibt. «Es fehlt mir ein wenig die Struktur in der Mannschaft. Es braucht jetzt Führungsspieler, die wissen, wie man den Karren aus dem Dreck zieht. Aber uns fehlt vielleicht etwas die Erfahrung für solche Situationen.» Auch, sagt Mäder, wurden die Blöcke sehr oft umgestellt. «Auch gezwungenermassen. Vielleicht müssen sich die Linien nochmals neu finden.»
150 NLB-Spiele. Ende Saison werden es für Mäder über 160 sein. Und es sollen Play-off-Spiele darunter sein. Play-offs als
Abschluss einer langen NLB-Laufbahn? «Es stellt sich schon die Frage, ob ich nochmals ein Jahr anhänge», gesteht Mäder. «Aber ich habe immer gesagt, dass wir dann weitersehen, wenn ich der Älteste bin in der Mannschaft. Das habe ich immer noch nicht ganz geschafft», scherzt er.

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