Gomez: «Wir wollen unberechenbarer werden»

von Roger Züger

Enrique Gomes will sein neues Team wieder in die Play-offs führen. // Bild Rico Züger

Der neue Headcoach des NLB-Teams der Red Devils heisst Enrique Gomez. Mit seinen Assistenten Dominik Keller und Mark von Wartburg will er die alten, teuflischen Stärken wieder aufleben lassen.


Die Nationalliga-Saison beginnt dieses Wochenende ungewohnt früh. Dennoch: Die Red Devils sind bereit, auch wenn zu Saisonbeginn noch nicht alles nach Wunsch funktionieren wird. Denn die Roten Teufel haben in Person von Enrique Gomez einen neuen Coach, und neben ihm mit Dominik Keller sowie Mark von Wartburg einen komplett neuen Staff. Das Sagen hat aber Headcoach Gomez, der einen Zweijahresvertrag unterzeichnet hat. «Ich kenne die Devils bestens, habe gegen die alte Garde selbst jahrelang auf Nationalliganiveau gespielt», so Gomez. Denn: «Die Teufel sind bekannt für ein eingefleischtes, willensstarkes Team, das von den eigenen Spielern und Funktionären lebt», führt der 37-Jährige, der unter anderem das NLA-Frauenteam von Dürnten-Bubikon-Rüti, die U21-Junioren der Jona-Uznach Flames und zuletzt das Erstligateam von Nesslau gecoacht hat, aus.
Auch wenn sich die sportlichen Wege zwischen Gomez und den Devils die letzten Jahre nicht gekreuzt haben, hat der St. Galler das Geschehen auf der anderen Seeseite hautnah mitverfolgt. Ihm sei nicht entgangen, dass sich das Team seit den Rücktritten von Buser, den Zügers und Co. im Frühjahr 2016 verändert hat. «Früher war die Mannschaft extrem willensstark, kämpfte auch an einem schlechten Tag bis zur letzten Sekunde und konnte den Sieg davontragen – das ist eine Tugend, die ich auch vom jetzigen Team erwarten werde.»


Die Play-offs sind Pflicht
Positives ist ihm im Verlauf seiner ersten drei Monate bei den Roten Teufel aber bereits aufgefallen: «Die Spieler haben eine hohe Selbstdisziplin und legen grosse Einsatzbereitschaft an den Tag, das gefällt mir.» Es sei ihm aber auch nicht entgangen, dass das Team seine Zeit braucht, sich gegenüber Neuem zu öffnen, und spricht damit den Systemwechseln an, den er ins Auge gefasst hat. «Ich will nicht zu viel verraten, aber wir wollen offensiv variantenreicher und unberechenbarer werden.» Alles über den Haufen werden will der neue Bandengeneral indes nicht, viel mehr «mitnehmen, was in der Vergangenheit gut funktioniert hat, und das Neue einbauen».


Gomez spielt in die Karten, dass das von Teamchef Marco Eberhöfer zusammengestellte Team wieder einen sehr hohen Identifikationswert ausstrahlt. Denn 21 Spieler des 28-Mann-Kaders (inklusive Förderkader) stammen aus dem eigenen Nachwuchs. Gomez weiss: «Das ist gut für den Spirit.» Dazu gesellen sich unter anderem drei ausländische Toptransfers (wir berichteten). Zwar coachte Gomez bei Nesslau auch schon drei Finnen – unter anderem Jarkko Aavaharju, der ein halbes Jahr bei den Devils spielte –, aber ein absoluter Top-Crack wie Matti Vapaniemi ist auch für Gomez Neuland. «Er wird auf dem Feld sicher seine Freiheiten bekommen, aber wir spielen ein System, bei dem jeder mitspielen muss, ansonsten funktioniert es nicht.»


Rangziele hat sich der neue Bandengeneral nicht auf die Fahne geschrieben. «Viel mehr will ich mit dem Team positiv überraschen.» Eines ist indes klar: Eine Zittersaison wie die vergangene – die Devils sicherten sich ihren NLB-Platz erst in der Ligaqualifikation gegen Limmattal – soll es nicht mehr geben. Darf es auch nicht, steht doch das Team seit dem Umbruch vor zwei Jahren erstmals auf stabilen Beinen. Die 2011 und 2012 erreichten Halbfinals (der grösste Erfolg in der Vereinsgeschichte) sind zwar weit weg, aber die Play-offs sind heuer wieder Pflicht – alles andere wäre eine riesige Enttäuschung.


Pfannenstiel-Egg – Red Devils
Sonntag, 16 Uhr, Kirchwies

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