Kein Fall in die sportliche Provinz

von Roger Züger

Den Red Devils steht in den Auf-/Abstiegsspielen eine Doppelrunde bevor. Ein Sieg fehlt, um die NLB zu halten.

Es gibt sie fast in jeder Sportart: die sogenannten Lift-Mannschaften. Fahren die Red Devils in der Relegation noch einen Sieg ein, saust der Aufzug definitiv nicht in die 1. Liga, sondern bleibt konstant auf der NLB-Etage stehen. Dann dürfte das Prädikat Lift-Mannschaft für die Red Devils gegessen sein, stünden dann doch acht NLB-Jahre im letzten Jahrzehnt zu buche. Dass die Schwyzer noch Gefahr ­laufen, in die sportliche Provinz abzudriften, scheint unrealistisch. Zu stark ist der Niveauunterschied zwischen der NLB dem (vorderen) Mittelfeld der 1. Liga. Aus diesem kommt der Herausforderer aus dem Limmattal (3. Rang nach Qualifikation in der Ostgruppe). Die Zürcher konnten in den Play-offs zwar sämtliche, schlechter klassierten Gegner (Vipers Innerschwyz, Rheintal Widnau und Bülach) ausschalten. Nun dürfte die bereits länger als geplant ­andauernde Saison am ­Wochenende aber zu Ende gehen.


«Habe keine Bedenken»
Die Red Devils liegen in der Best-of-5-Serie 2:0 in Führung, genauso wie ­Grünenmatt, der zweite NLB-Vertreter in den Auf-/Abstiegsspielen, der sich gegen den Erstligisten aus Schüpbach (3. Rang in der Westgruppe) behaupten muss. Mindestens eine Partie in beiden Serien war umstritten, der ­Sieger war jedoch immer der Oberklassige. Im Fall Limmattal reicht das Potenzial zwar aus, um die Devils zu ärgern – um zu gewinnen bräuchten sie jedoch Schützenhilfe der Schwyzer. Da reichen die ehemaligen NLA-Akteure im Dress der Zürcher – Lukas Wittwer (GC) oder ­Andris Ladner (Kloten-Bülach) – nicht aus, um in die Nationalliga emporzusteigen. Oder wie es Devils-Trainer Franz Steinauer am Montagabend nach dem 7:4-Sieg gesagt hat: «Wenn wir unser Spiel über 60 Minuten durchziehen, habe ich keine Bedenken.»

Das Problem: Seine Mannschaft tut dies phasenweise nicht. Aber sie gewinnt dennoch. Jedoch nicht, weil die Red Devils so stark ­wären. Denn stünden die 1. Liga-Qualifikationssieger Eggiwil oder Zürisee Unihockey gegenüber, wäre der Lift wohl ­einiges näher an der 1. Liga-Etage als gerade eben.


Für das erst 2016 in die 1. Liga aufgestiegene Limmattal ist der ­Zenit offensichtlich erreicht. Und das ist nicht schlimm, erst recht nicht, weil ein Aufstieg nie geplant war. «Die einen – vor ­allem die jüngeren Spieler – wollen jetzt ­natürlich gerne aufsteigen, andere – vor allem die ehemaligen Spitzenspieler – fürchten sich vor dem Mehraufwand», sagte beispielsweise Trainer Michael Hunziker vor der Serie in der «Limmattaler Zeitung».


Der Club ging im Jahr 2008 aus einer Fusion der beiden Vereine Urdorf Bulls (links der Limmat) und Limmat Sharks (rechts der Limmat) hervor. Nun erlebt er seinen bislang grössten Erfolg. Noch ist die Serie nicht beendet – und die Chancen Limmattals intakt. Mit einem Verbleib in der Liga könnten wohl aber beide Vereine am besten Leben. Die Devils, um nicht in der sportlichen Provinz unterzugehen, und Limmattal, um nicht zur Lift-Mannschaft zu werden.

Spiel 3: Samstag, 18 Uhr, Urdorf
Limmattal – Red Devils


evt. Spiel 4: Sonntag, 19.30 Uhr, Altendorf
Red Devils – Limmattal

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