Niederlage in Verlängerung, für Play-offs fehlt ein Punkt

von Roger Züger

Tassio Suter brachte am Wochenende seine Qualitäten zum Vorschein und sammelte gleich sechs Skorerpunkte! // Bild Rico Züger

Zwei Partien, zwei Niederlagen – die Red Devils konnten am Wochenende nicht reüssieren, trotz zwei starken Auftritten. Die Schwyzer verpassen die Play-offs somit um einen einzigen Zähler.

Aus und vorbei. Die Play-off-­Träume der Red Devils sind ­geplatzt. Dabei wären sie in greifbarer Nähe gewesen. Doch die Schwyzer konnten ­gestern Abend in einer packenden Finalissima im ­Altendörfler Hexenkessel nicht gegen Fribourg reüssieren. Erneut nicht, nachdem die Roten ­Teufel bereits alle drei Direktbegegnungen verloren hatten, seit die Westschweizer vor zwei Jahren in die zweithöchste Spielklasse aufgestiegen waren. Dabei wäre alles angerichtet gewesen. Denn die Runde am Samstag hatte keine Entscheidung gebracht: Die Devils verloren nach einem frischen und ­frechen Auftritt gegen Leader Sarnen nach zwischenzeitlicher 6:4-Führung (41.) 6:9. Und Davos – neben Fribourg und den Devils der dritte Wackelkandidat für die Play-offs – drehte in Fribourg die Partie in den letzten zwei Minuten zu seinen Gunsten (7:5). So galt der Fokus gestern einzig und allein der Partie Red Devils gegen Fribourg, in welcher der Sieger den letzten Play-off-Platz gewinnen sollte.


Am Ende jubelten in der Verlängerung die Gäste aus Fribourg – und mit ihnen eine Handvoll mitgereister Fans unter den knapp 300 Zuschauern. Eine bittere Pille für die Red Devils, die zu Beginn und im letzten Spielabschnitt die bessere Mannschaft waren. Vielleicht auch in der Verlängerung – aber das nützt jetzt alles nichts mehr.

Ein nervenaufreibendes Spiel
Es war ein Katz-und-Maus-Spiel. Und abgesehen von der 2:0-Führung zu Beginn (Devils), ­gelang es im Anschluss keinem der beiden Kontrahenten, mehr als einen Treffer vorzulegen. Mit dem 2:1-Vorsprung zur Pause konnten die Märchler mehr als zufrieden sein, hatte Fribourg im Startdrittel doch gleich zwei Pfostenschüsse zu beklagen. Aber bevor Fribourg erstmals in Führung ging (3:2, 32. Minute), ­hatten die Platzherren gleich reihenweise hochkarätige Abschlüsse: van Welie, Lukas Wildhaber, Vapaniemi, Schnyder, Berzel. Alle scheiterten, Letzterer ebenfalls am Gehäuse.

Lukas Wildhaber im Kampf um den letzten zu vergebenden Play-off-Platz! // Bild Rico Züger

Der Rest des Mitteldrittels war dann ­allerdings auch die schwächste Phase der ­Teufel. In der Auslösung ging nur noch ­wenig, weil die Laufwege plötzlich nicht mehr konsequent ausgeführt wurden. Das Resultat: ­Viele Flip- und Risikopässe in der Mittelzone, die oft keine Anspielstationen fanden. Fribourg profitierte von Konterchancen und kam so (zu) einfach zu Toren. Immerhin glichen die Devils mit dem einzigen Powerplay an diesem Abend sehenswert aus (3:3), nachdem Tassio Suter die ganze Fribourger Box mit einem Querpass aushebelte und Vapaniemi als Aussenschütze eiskalt unter die ­Latte ­einnetzte. Doch das Katz-und-Maus-Spiel ging weiter, und Fribourg erhöhte noch vor der Pause auf 4:3 – ein erneut verhinderbarer Gegentreffer aus Devils-Sicht.


Und die sich häufenden Fehler veranlassten Devils-Coach Enrique Gomez im letzten Spielabschnitt auf zwei Linien herunterzufahren. Der gewünschte Effekt liess nicht lange auf sich warten. Vor allem die Linie mit ­Matti Vapaniemi, Patrick Bamert, Daan van Welie, Manfred Berzel und Captain Roman Schnyder sorgte Minute für Minute für Ah- und Oh-­Raunen auf der Tribüne. Der Lohn war der 4:4-Ausgleich, der indes nur gerade eine Minute Bestand hatte, bevor Fribourg erneut vor­legte. Ohrenbetäubend angefeuert von den Fans ­glichen die Devils aber zum dritten Mal aus (47.): Vapaniemi und Bamert – die klar besten und auffälligsten Akteure auf dem Feld – ­sorgten dafür, dass kurz vor Schluss nochmals alles bei Null begann. Und dieser Gleichstand hielt bis zum Ende der regulären Spielzeit. Verlängerung. In dieser gabs auf ­beiden Seiten haarraufende Chancen, die die zwei stark aufspielenden Torhüter zunichtemachten. Bis auf den einen letzten Schuss, in der 66. Minute, bei dem auch Devils-Hüter Mattias Mäder seine Vorderleute nicht mehr retten konnte.


Der Ausgang der Partie war das Abbild einer ganzen Saison, in der die Devils viele starke Partien abgeliefert haben, aber am ­Ende oft mit leeren Händen dastanden. Die Niederlage gestern war nun die eine zu viel: Die Schwyzer müssen zum zweiten Mal in ­Serie in die Play-outs. Während in der vergangenen Saison der Gang in die Play-outs bereits im ­Dezember unausweichlich war, verpassen die Roten Teufel die Play-offs heuer allerdings nur um einen einzigen Zähler.

Hier gehts zu den Fotos.

 

RD March-Höfe Altendorf - Ad Astra Sarnen 6:9 (3:3, 2:1, 1:5)

Turnhalle Weid, Pfäffikon SZ. 210 Zuschauer. SR Gassner/Jakoubek.

Tore: 3. T. Suter 1:0. 9. M. Abegg (L. Liikanen) 1:1. 13. R. Schöni (R. Zurmühle) 1:2. 15. P. Bamert (M. Vapaniemi) 2:2. 17. M. Schöni (L. Liikanen) 2:3. 18. R. Schnyder (P. Bamert) 3:3. 23. M. Bisig (T. Suter) 4:3. 25. R. Schöni (L. Liikanen) 4:4. 38. M. Vapaniemi (T. Suter) 5:4. 41. T. Suter (L. Wildhaber) 6:4. 42. R. Berchtold 6:5. 44. M. Abegg (R. Berchtold) 6:6. 55. C. von Wyl (J. Höltschi) 6:7. 59. M. Abegg (L. Liikanen) 6:8. 60. C. von Wyl 6:9.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen RD March-Höfe Altendorf. 1mal 2 Minuten gegen Ad Astra Sarnen.

 

RD March-Höfe Altendorf - Floorball Fribourg 5:6 n.V. (2:1, 1:3, 2:1, 0:1)

Mehrzweckhalle, Altendorf. 200 Zuschauer. SR Preisig/Schädler.

Tore: 9. J. Rüger (T. Suter) 1:0. 12. P. Bamert (R. Schnyder) 2:0. 19. J. Brodard (S. Krattinger) 2:1. 28. D. Zufferey (J. Staub) 2:2. 32. J. Köstinger (B. Aerschmann) 2:3. 34. M. Vapaniemi (T. Suter) 3:3. 37. D. Zufferey (M. Weibel) 3:4. 42. D. van Welie (P. Bamert) 4:4. 43. L. Roulin (B. Aerschmann) 4:5. 47. M. Vapaniemi (P. Bamert) 5:5. 66. M. Weibel (J. Brodard) 5:6.

Strafen: keine Strafen. 1mal 2 Minuten gegen Floorball Fribourg.

 

 

 

 

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