Red Devils ringen «Pfanni» in der Verlängerung nieder

von Roger Züger

Timo Einiö feiert mit drei Toren einen perfekten Einstand in der Schweiz. // Bild Pascal Müller

Das NLB-Team der Red Devils startet mit einem 7:6-Sieg nach Verlängerung über Pfannenstiel-Egg in die Saison 2018/19 und erkämpft sich zwei Punkte. Nach dem Spiel war die Ausserschwyzer Equipe jedoch geteilter Meinung.

von Patrick Bamert

Egg, knapp halb sieben Uhr abends; das erstes Meisterschaftsspiel ist vorbei; die Batterien sind nach zweieinhalb Stunden Krimi leer. 7:6 siegten die Devils nach Verlängerung gegen Pfannenstiel-Egg, doch keiner der Devils-Akteure konnte sich so richtig freuen. Nicht zu unrecht, hätten die Schwyzer mit etwas mehr Cleverness und Disziplin doch auch drei Zähler mit nach ­Altendorf nehmen können. Der Punktverlust ging aber in Ordnung, wenn das Spielgeschehen über 60 Minuten betrachtet wird.
Eines war schon zu Beginn klar: Die beiden Kontrahenten belegten in der abgelaufenen Spielzeit die letzten beiden Tabellenplätze. Es war somit – gemessen an der vergangenen Saison – das NLB-Kellerduell. Viel Kredit bekamen die beiden Teams auch in der bevorstehenden Saison nicht zugesprochen, prophezeit die Schweizer Fachszene doch erneut die beiden letzten Tabellenränge für die Devils und «Pfanni». Es war daher bereits ein sogenanntes Sechspunktespiel; und für die knapp 350 Zuschauer ein äusserst unterhaltsames.


Ausgeglichen in der Startphase
Das Spiel begann auf beiden Seiten verhalten, mit etwas mehr Vorteilen für die Gastgeber, die den Märchlern mit ihrer bekannten Lauf- und Kampfstärke zu Beginn des Spiels die Marschrichtung vorgaben. Das Skore eröffneten aber die Roten Teufel: Ein blitzsauber vorgetragener Konter über den eben erst vergangene Woche eingetroffenen Finnen Matti Vapaniemi und Joel Meier, der sich in seinem ersten NLB-Spiel sogleich als Torschütze auszeichnen konnte, brachte die Gäste in Führung. Am Spielgeschehen änderte sich danach aber nichts, und bis zur ersten Pause konnten beide Teams einen Treffer bejublen.
Wer nun dachte, die Devils zünden im zweiten Abschnitt ein Feuerwerk, täuschte sich. Zwar gab es Chancen ­hüben wie drüben, doch es war Pfannenstiel, das mit zwei Toren in Führung ging (3:2). Neo-Verteidiger Lukas Wildhaber fasste sich später mit einem Energieanfall ein Herz und netzte zum 3:3-Ausgleich ein – Pausenstand.


Führung verspielt
Im letzten Drittel waren keine zwei Minuten vergangen, als der auf diese Saison neu zu den Devils gestossene Finne Timo Einiö mit einem seiner bekannten, kraftvollen Drehschüssen das 4:3 erzielte. Zwei Minuten später kam es für die Gäste noch besser, als sich Pfannenstiel innert einer Minute gleich zwei Strafen einhandelte und ­Einiö mit einem satten Hocheckschuss im Powerplay die Führung auf 5:3 ausbauen konnte.
Da bei den Märchlern auf ein Hoch immer wieder ein Tief folgte, war der erneute Anschlusstreffer vorhersehbar. Auch wenn die teuflische Defensive einige Male nicht sehr gut aussah, zeigten die Gäste viel Moral, weil sie immer wieder eine Antwort bereit hatten. So auch nachdem 4:5-Anschlusstreffer, den Thomas Hindermann mit seinem gefühlten ersten Ballkontakt mit dem 6:4 beantwortet.
Die Intensität des Spiels nahm immer mehr zu. Die Emotionen stiegen. Der Lärmpegel auf den Rängen wurde immer lauter – nicht alle konnten einen kühlen Kopf bewahren: Daan van Welie kassierte eine Zweiminutenstrafe, Pfannenstiel nahm in Überzahl dankend an und erzielte den erneuten Anschlusstreffer (5:6). Wenige Minuten später folgte gar der Ausgleich. Die Halle tobte, die Devils wankten. Und ausgerechnet zweieinhalb Minuten vor Schluss musste van Welie wegen überhartem Körpereinsatz fünf Minuten auf die Strafbank. Allerdings konnte Pfannenstiel kein Kapital daraus schlagen. Knapp zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit waren es gar Bamert und Vapaniemi, welche die Teufel in Unterzahl hätten zum Sieg schiessen können, der Torhüter der Einheimischen parierte aber – wie schon oft zuvor – sehr stark.


Einiö schiesst Devils zum Sieg
Das Spiel ging in die zehnminütige Verlängerung. Vor beiden Toren ging es abermals hoch zu und her, die Entscheidung wollte aber durch viele ausgelassene Chancen, vor allem seitens der Roten Teufel, nicht fallen. Es war Timo Einiö, der mit dem letzten verzweifelten Angriff in der 70. Minute und seinem dritten Tor seine Farben zum Sieg schoss. Der grosse Jubel war aber nur von kurzer Dauer, bis viele Spieler realisierten, dass heute auch drei Punkte möglich gewesen wären. Immerhin: Die Red Devils sind mit einem Sieg in die Saison gestartet – das wird der neu formierten Equipe Selbstvertrauen geben.

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Pfannenstiel-Egg – Red Devils 6:7 n.V. (1:2, 2:1, 3:3)
Kirchwies, 341 Zuschauer. – SR: Colacicco/Gfeller.
Tore: 3. Meier (Vapaniemi) 0:1. 10. Luchsinger (Hafner) 1:1. 14. Eggler (Studer) 1:2. 22. Stauffer (Luchsinger) 2:2.
28. Studer (Klöti) 3:2. 36. Lukas Wildhaber (van Welie) 3:3. 41. Einiö (Schnyder) 3:4. 45. Einiö (P. Bamert) 3:5. 50. Stauffer (Luchsinger) 4:5. 51. Hindermann (Bamert) 4:6.
53. Stauffer (Scharfenberger) 5:6. 55. Stauffer (Weber) 6:6. 70. Einiö (Bamert) 6:7.
Pfannenstiel-Egg: Patrick Weber; Roman Weber, Murk, Scheuner, Schellemberg, Klöti, Bier, Lopez, Moser, Zollinger, Huber, Kyburz, Scharfenberger, Luchsinger, Stauffer, Brunold, Studer, Hafner, Bartenstein, Würmli, Forrer, Mangia (ET)
Red Devils: Mäder; Lukas Wildhaber, Fässler, van Welie, Schnyder, Einiö; Berzel, Vapaniemi, Bamert, Meyer, Romer; Marty, Rink, Eggler, Schellenberg, Studer; Hindermann, Rüger, Engeli, Winteler, Fleischmann (ET)
Bemerkungen: Red Devils ohne Jonas Wildhaber (verletzt), Bisig (Ferien), de Ruiter, Dominik Marty, Schmid (kein Aufgebot), Ruoss (Militär). – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Pfannenstiel Egg, 3-mal 2 Minuten plus 1-mal 5 Minuten (van Welie) gegen Red Devils.

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