Rekordmeister in Altendorf

von Roger Züger

Vor zehn Jahren zwar noch nicht im Cupspiel gegen Wiler-Ersigen dabei, inzwischen aber mit 168 NLB-Partien der klar Dienstälteste bei den Devils: Torhüter Matthias Mäder. // Bild Pascal Müller

Den NLB-Unihockeyanern der Red Devils steht mit zwei Heimspielen ein intensives Wochenende bevor. Der Fokus liegt auf dem morgigen Meisterschaftsspiel, auch wenn die Vorfreude auf den Cup-Sonntag riesig ist.

Lange Zeit hat die Ausserschwyzer Unihockey-Szene darauf gewartet, nun wird am Sonntag endlich wieder einmal ein Schweizer Topclub in der March gastieren: Chur Unihockey. Das Devils-Fanionteam empfängt die Bündner am Sonntag im Rahmen des Cup-Sechzehntelfinals. Es ist das erste Mal seit zehn Jahren, dass die Roten Teufel wieder auf einen ganz Grossen treffen. Damals, 2008, war der zu diesem Zeitpunkt landesweite
Dominator Wiler-Ersigen zu Gast, der sich nach 4:4 in der 50. Minute erst in den Schlussminuten vor einer herben Blamage gegen die Teufel – damals noch Erstligist – rettete (7:4). Und nun also Chur Unihockey, der Rekord-Schweizer-Meister (12 Titel) und -Cupsieger (8) aus der NLA.
Der heutige Verein entstand 2004 aus den beiden Vereinen Rot-Weiss Chur und Torpedo Chur. Zwar warten die Bündner seither auf einen nationalen Titel, dennoch konnte bisher nicht einmal Wiler-Ersigen (elfmal Schweizer Meister) die Rekordmarke knacken. Und im Cup sind die Churer einsame Spitze, weist doch Alligator Malans, auf Platz zwei der Cup-Geschichte, lediglich vier Titel auf.


Die Ausgangslage lässt keine Zweifel offen: Alles andere als ein Sieg Churs wäre ein kleines Wunder. Aber: Chur durchlebt schwierige Zeiten, musste im Frühjahr nach einer Katastrophen-­Saison, der enttäuschendsten in der Vereinsgeschichte, gar erstmals überhaupt in die Play-outs. Zwar stehen die Play-off-Chancen für die eben erst angelaufene Meisterschaft nicht schlecht, zum Auftakt gabs allerdings eine
Niederlage gegen Waldkirch St. Gallen (4:7). Die Topspieler Jan Binggeli und Joel Hirschi sind nun gefordert, den Karren aus dem Dreck zu ziehen – und keine Cup-Blamage einzufangen.


ULA ist defensiv instabil
Für die Roten Teufel darf das Cupspiel als «Zückerchen» betitelt werden. Die zweite Achtelfinal-Qualifikation der Vereinsgeschichte scheint utopisch; und dennoch ist die Vorfreude gross. Nicht zuletzt, weil eine proppenvolle Halle erwartet wird.
Sportlich wichtiger ist für die Devils jedoch der Samstag und somit das NLB-Heimspiel gegen Langenthal-Aarwangen. Die Oberaargauer sind erstmals seit langem ohne Ausländer in die Saison gestartet – und verloren zum Auftakt gegen Davos-Klosters gleich 4:9. Das Problem: die Defensive. Mit den abgewanderten Kasper Malmsten (Schweden) und Martin Kisugite (Tschechien) ist viel Stabilität verloren gegangen. Hier besteht eine Chance für die offensiv massiv stärker gewordenen Teufel. Und wollen die Red Devils nach einer desaströsen Saison wieder in die Play-offs, sollte nach dem Krampf-Sieg gegen Pfannenstiel-Egg der nächste Vollerfolg her.


Red Devils – Langenthal-Aarwangen
Samstag, 18 Uhr, MZH Altendorf
Red Devils – Chur Unihockey (Cup-1/16-Final)
Sonntag, 17 Uhr, MZH Altendorf

Die letzten zehn  Cup-Jahre der Devils

2017/18, 1/16-Final: Red Devils – Thurgau 4:5
2016/17, 1/64-Final: Herisau – Red Devils 6:5 n. V.
2015/16, 1/16-Final: Red Devils – Grünenmatt 3:8
2014/15, 1/16-Final: Red Devils – Kloten-Bülach 1:5
2013/14, 1/8-Final: Red Devils – Sargans 3:4
2012/13, 1/16-Final: Red Devils – Lok Reinach 6:7
2011/12, 1/16-Final: Bern Capitals – Red Devils 7:3
2010/11, 1/32-Final: Fribourg – Red Devils 4:3
2009/2010, 1/32-Final: Red Devils – Zug 3:9
2008/09, 1/16-Final: Red Devils – Wiler-Ersigen 4:7

Zurück