Aufstiegstrio ist wieder an der Bande vereint

Die Red Devils präsentieren einen neuen (alten) Trainer: Marco Molinari. Das Vereins-Urgestein will nicht als Headcoach, jedoch als gleichgestelltes Staffmitglied neben Franz Steinauer und Beni Benz aus der Personalnot helfen. Damit ist das Trio, das die Devils im Frühjahr in die NLB führte, wieder vereint. Das letzte Wort im Staff soll dabei jeweils die Mehrheit haben.

Am 30. April verkündeten die frisch in die Nationalliga B aufgestiegenen Red Devils March-Höfe Altendorf die Verpflichtung von Headcoach Peter Schiesser. Peter, der Bruder von Sportchef Dominik Schiesser, startete Mitte Juni mit der Saisonvorbereitung und seiner persönlichen Premiere als Cheftrainer. Just am 30. Juli fällten die Vereinsverantwortlichen einen Entscheid: Peter Schiesser wird entlassen – die Assistenten Franz Steinauer und Beni Benz übernehmen interimistisch. 25. August: Die Roten Teufel verkündigen den sofortigen Amtsantritt von Headcoach Jürg Hosig, der zuvor als Trainer des Erstligisten Zürich-Oberland-Pumas und somit als Gegner figuriert hatte. Nach genau drei Wochen im Amt folgte am 15. September die Hiobsbotschaft: Hosig tritt aus privaten Gründen per sofort zurück – die Assistenten Franz Steinauer und Beni Benz übernahmen interimistisch. Weil der NLB-Saisonstart nur fünf Tage bevorstand, übernahm Captain Marcel Züger das Zepter der taktischen Ausrichtung. Nun verkündeten die Unihockeyaner erneut «Breaking News» betreffend personeller Veränderungen an der Bande. Marco Molinari kehrt zurück, stand in den Kurznachrichten knackig. Damit kommt jener Trainer zurück, der die Mannschaft mit Steinauer und Benz im Frühjahr in die NLB geführt hatte.

Der Rücktritt vom Rücktritt – warum? «Wegen der Mannschaft und des Staff, und um den Captain Marcel Züger zu entlasten und das Team weiterzubringen », erklärt Marco Molinari. Er, der im Februar frühzeitig angekündigt hatte, sein Traineramt Ende Saison niederzulegen, weil der Aufwand in der NLB zu gross wäre und im Falle eines Verbleibs in der ersten Liga frischer Wind gut täte. Ein Widerspruch, das mit dem Wiedereinstieg, oder? «Eigentlich schon, nur ist die Ausgangslage eine ganz andere. Das muss ich dem Team auch noch klarmachen. Ich bin nicht mehr gleich vorbereitet wie die letzten Jahre. Ich steige in die laufende Saison ein und habe nicht mehr dieselbe Funktion», erklärt Molinari, der die Saison als Spieler in der 3. Liga bei Tuggen-Reichenburg in Angriff genommen hatte und nun abbrechen musste. «Beides geht definitiv nicht, dafür reicht die Zeit nicht.»

Keine Angst, sein Gesicht zu verlieren

Marco Molinari kennt «seine» Red Devils inund auswendig, gehörte er ihnen doch 14 Jahre als Spieler der ersten Mannschaft an und hatte im Vorfeld die Juniorenstufen beim damaligen UHC March durchlaufen. Als Trainer der ersten Mannschaft gab er nach seinem Spielerrücktritt (Frühjahr 2013) umgehend sein Debüt und stieg im April bekanntlich in die NLB auf. Aus 58 Pflichtspielen als Erstligatrainer reüssierte er 46-mal und setzte sich mit einer knapp 80-prozentigen (79,3) Siegesquote fast selbst die Krone auf. Man könnte fast sagen, Molinari setzt seine Erfolgsgeschichte aufs Spiel. Aber, «das ist kein Thema. Ich bin hier, um zu helfen», kontert der inzwischen 35-Jährige.

Das Cupspiel gegen NLA-Vertreter Grünenmatt sowie das erste Heimspiel in der NLB hat Molinari als Zuschauer verfolgt. Und er sah «eine gut funktionierende Mannschaft, trotz der turbulenten Vorbereitungsphase. Das ist der Verdienst von Franz, Beni und Mänsel (Anm. d. Red: Marcel Züger),die das Team zusammengehalten haben.» Aber Molinari wäre nicht Molinari, wenn er nicht bereits seine analytischen Adleraugen auf die Spiele gerichtet hätte. «Vieles liegt an den Details. Fehler werden fast keine verziehen – das ist die NLB! Aber die Mannschaft ist willig und ich bin bereit, meinen Teil beizutragen.»

Ende Saison ist definitiv Schluss

«Wir haben ein eingespieltes Team, und trotzdem ist es nicht selbstverständlich, dass wir nochmals auf seine Unterstützung zählen können. Dafür sind wir sehr dankbar », sagt Präsident Philipp Keller. «Es ist ein Engagement bis Ende Saison, von allen drei. Danach treten sie definitiv zurück.» Freude hat auch Molinaris Weggefährte Beni Benz: «Es ist eine brutale Erleichterung für uns. So kann sich jeder wieder 100-prozentig seinem Metier widmen.» Der Unternehmer sagt, dass es für ihn die ideale Lösung sei, man sich verstehe und die Situation sich nur minimal zu letzter Saison verändert habe.«Marco wird nicht mehr Headcoach sein, sondern einfach seine taktischen Kenntnisse einbringen und die Mannschaft vorwärts bringen. Das fängt in erster Linie bei uns an und nicht beim Gegner.» Und das letzte Wort?b«Das hat die Mehrheit. Wir sind alle drei gleich, fällen die Entscheide gemeinsam, wie in der Vergangenheit. »